Sonntag, 21. März 2010

Pferde, Pferde, Pferde - Rodeo in Pichasca

Hallo meine Lieben,

ich weiss, jedes Mal wird es schlimmer und mein schlechtes Gewissen wird immer groesser. Aber ist das nicht auch ein gutes Zeichen, dass es mir gut geht?

Gut, wo soll ich jetzt schon wieder anfangen um euch einen kleinen Ueberblick ueber mein Leben hier in Chile zu geben. Das letzte Mal als ich euch geschrieben habe war Anfang Februar – seither ist eine Menge passiert. Mitte Februar kam Ludwig und seine Frau – die eigentlichen Besitzer der Hacienda – zu uns, um mal zu schauen, was wir hier so treiben. Dann hatten wir natuerlich auch viel zu tun, es kamen jede Menge Gaeste und es gab jede Menge Reittouren. Alles ziehmlich anstrengend, aber so ist das halt in der Hochsaison. Dann gab es Mitte Februar das im ganzen Tal bekannte Rodeo im naechstgroesseren Dorf Pichasca. Das ist eigentlich eins der Highlights hier, worauf sich jeder freut. Rodeo ist der Volkssport zu Pferd hier in Chile und die Maenner, auch Huasos genannt sind richtig fanatisch. Luis uebrigens auch, wer haette es auch gedacht. Das Rodeo dauert das komplette Wochenende von Freitag bis Sonntag abend und man fragt sich manchmal was eigentlich im Vordergrund steht, das Festen in der Nacht oder der eigentliche Reitsport. Wie schon gesagt hat auch Luis auf seinem Hengst Bachiller mitgemacht. Insgesamt kamen bis zu 100 verschiedene Pferde nach Pichasca. Ich und Meret durften uns das natuerlich auch nicht entgehen lassen – und wir brauchten natuerlich auch eine gute Begleitung fuer das Fest am Samstag abend – Pablo. Nachts haben wir unser Zelt aufgestellt und die Nacht eher schlecht als recht neben Krach und Laerm verbracht. Wir hatten jede Menge Spass und ich und Meret wurden halt allheck zum Tanzen aufgefordert – nur beim Queca Tanz wurden wir verschont. Gott sei dank, weil welche nicht-Chilenin kann das schon.



Luis und Fernando haben jetzt nicht gerade den ersten Platz gemacht, aber darum ging es ja auch nicht. Tja und ich hab meine Augen offen gehalten nach Pferden, die eventuell mir gefallen koennten. Es ist naemlich so, dass ich mich dazu entschieden habe hier auf der hacienda mein eigenes Pferd zu halten. Was bietet sich auch sonst mehr an? Und unter den ganzen Rodeopferden hab ich dann in den beiden Tagen auch eine recht junge Apfelschimmelstute gefunden, die fuer mich interessant war -nicht zu gross, huebsch, jung und mit Papieren. Einmal Probe geritten und erst mal wenig Interesse gezeigt. Eine Woche spaeter sind ich und Luis dann nach Ovalle gefahren, um sie nochmal zu sehen und zu reiten. Ich war begeister von ihr und ihrem Temperament, auch wenn sie noch viel lernen muss, glaub ich dass wir gerade deshalb gut zusammen passen. Verkaufverhandlungen hat mehr oder weniger Luis auf spanisch gemacht, den Preis noch ein wenig gesenkt und dann war das Ding geritzt. Am naechsten Tag sind wir dann mit ihr – sie heisst jetzt uebrigens Djali – und dem Riesenlaster auf die Hacienda gefahren und da wohnt sie jetzt zusammen mit den anderen Pferden auf der Koppel. Ein Tag vor meinem Geburtstag kam sie zu uns. Viel geritten hab ich sie noch nicht, weil sie noch verletzt war, aber jetzt nachdem sie neue Hufeisen bekommen hat werden wir anfangen zu trainieren. Ausserdem war ich gestern mit Luis in Ovalle und habe ihr ihren eigenen Sattel und Trense gekauft. Ihr bekommt sobald ein Bild auch davon. Vorerst aber nur von ihr wie sie auf einer unserer Koppeln grast.



Ja das sind eigentlich so die Neuigkeiten. Meret kommt naechste Woche wieder zurueck auf die Hacienda. Da freu mich natuerlich auch riesig drauf und bleibt hier bis Ende Juni.



Ich bin gerade dabei einen Flug nach Deutschland zu suchen. Ihr koennt euch schonmal darauf gefasst machen mich Mitte Juli wieder in Deutschland zu sehen. Ich hoffe ihr freut euch drauf, ich bin auf jeden Fall jetzt schon ganz gespannt euch wieder zu treffen.


Vermiss euch,

machts gut und geniesst den Fruehlingsanfang

Tanja