Freitag, 7. Mai 2010

1.Mai - Rodeo en El Chañar

Ich weiss, ihr habt wieder allen Grund zu denken, dass ich eine untreue Tomate bin, aber hey nach mehr wie einem Jahr bin ich noch nicht von der Bildschirmflaeche verschwunden und ich geb mir immer Muehe euch wenigstens so einigermassen auf dem Laufenden zu halten.

Es ist viel passiert seit ich mich bei euch gemeldet habe. Die Hochsaison ist vorbei und somit auch der grosse Gaesteansturm. Wir haben nur noch manchmal Gaeste hier und machen in der restlichen Zeit mal wieder das wozu wir Lust haben. Dazu muss man aber auch sagen, dass hier langsam der Winter einzieht. Die Tage werden kuerzer und nachts kann es schon saukalt werden. Tagsueber haben wir doch meistens immer an die 15 oder 20 Grad und geniessen den Sonnenschein. Letztens Wochenende hat es dann das erste Mal nach acht Monaten geregnet und die oberen Bergspitzen waren sogar mit Schnee bedeckt. Aber eins sage ich euch der Winter hier laesst sich deutlich leichter leben wie in Deutschland.

Ich hoffe ihr habt ganz traditionell den 1.Mai verbracht. Ich leider nicht, aber er war trotzdem nicht schlecht. Ueber das Wochenende war in Luis seinem Heimatdort ein Rodeo, wo er mit seinem Cousin mitgeritten ist. Und er hatte auch meine Stute dabei und ist mit ihr gestartet. Leider haben sie nicht gewonnen, aber immerhin hat er mit dem Hacienda Pferd Chacarero den 2.Platz belegt. Meret und ich mussten natuerlich auch immer dabei sein und haben kurzerhand die Hacienda am Sonntag geschlossen. Hatte ja keine Gaeste. Samstag abend gab es dann den bekannten Tanzabend, jetzt nicht mit dem Liggersdorfer Maifest zu vergleichen, aber man soll sich ja langsam daran gewoehnen. Meret und ich wurden wieder allHeck zum Tanzen aufgefordert.. Queca kann ich immer noch nicht. Irgendwann um 5 Uhr morgens wurde der Regen dann zu stark und nachdem Luis noch anfangen wollte sich zu pruegeln, hab ich ihn dann nach Hause geschleppt. Das Schicksal einer Frau, nicht wahr? Alles zusammen gesehen war es aber ein super Wochenende und am Montag durfte ich mein Pferd dann noch von El Chañar auf die Hacienda zurueck reiten.

Ich auf meinem Pferd Djali und Luis auf ihr im Rodeo!

Ansonsten geht es mir auch sehr gut. Seit einem Monat bin ich in ein neues Zimmer mit Luis umgezogen – groesser, schoener und gemuetlicher. Es ist naemlich folgendes passiert, dass Paola vor gut einem Monat ihren Job hier auf der Hacienda gekuendigt hat und seit Mitte April nicht mehr hier arbeitet und wohnt. Unser Chef hat mir ihr Zimmer angeboten und ebenfalls ihren Job. Seit dem schmeisse ich die Verwaltungs des Ladens hier selbst und versuche meine uebrig gebliebenen vier MitarbeiterInnen in Schacht zu halten. Ist zwar manchmal wie im Kindergarten, wo man alles zwei mal erklaeren muss, aber ich glaube wir sind auf der richtigen Weg. Wie ihr seht habe ich mittlerweile eine richtig verantwortungsvolle Aufgabe und bin von der Praktikantin, die Ausritte begleitet, aufgestiegen zur stellvertretenden Leiterin der Hacienda. Hoert sich jetzt spissig an ist in Wirklichkeit aber schon eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, besonders wenn man bedenkt, dass das ganze hier in Spanisch ablaueft.



Mein neues Reich, der Hund auf dem Teppich ist Lily

Wie ich euch das letzte Mal schon gesagt habe, koennt ihr euch darauf gefasst machen, dass ich Mitte Juli nach Hause komme. Mein Flug ist mittlerweile gebucht und ich werde vom 21. Juli bis 29. August im schoenen Deutschland sein und die Zeit mal wieder zuhause geniessen. Ich hoffe schwer euch dort alle einmal wieder zu sehen bevor ich wieder im September hier auf der Hacienda sein werde um die naechste Sommersaison zu arbeiten.

So schauts aus, ich hoffe euch hats gefreut von mir zu hoeren und ihr seit nicht allzu ueberrascht ueber meine Neuigkeiten...

Fuehlt euch umarmt und gedrueckt,

besitos

Tanja

Sonntag, 21. März 2010

Pferde, Pferde, Pferde - Rodeo in Pichasca

Hallo meine Lieben,

ich weiss, jedes Mal wird es schlimmer und mein schlechtes Gewissen wird immer groesser. Aber ist das nicht auch ein gutes Zeichen, dass es mir gut geht?

Gut, wo soll ich jetzt schon wieder anfangen um euch einen kleinen Ueberblick ueber mein Leben hier in Chile zu geben. Das letzte Mal als ich euch geschrieben habe war Anfang Februar – seither ist eine Menge passiert. Mitte Februar kam Ludwig und seine Frau – die eigentlichen Besitzer der Hacienda – zu uns, um mal zu schauen, was wir hier so treiben. Dann hatten wir natuerlich auch viel zu tun, es kamen jede Menge Gaeste und es gab jede Menge Reittouren. Alles ziehmlich anstrengend, aber so ist das halt in der Hochsaison. Dann gab es Mitte Februar das im ganzen Tal bekannte Rodeo im naechstgroesseren Dorf Pichasca. Das ist eigentlich eins der Highlights hier, worauf sich jeder freut. Rodeo ist der Volkssport zu Pferd hier in Chile und die Maenner, auch Huasos genannt sind richtig fanatisch. Luis uebrigens auch, wer haette es auch gedacht. Das Rodeo dauert das komplette Wochenende von Freitag bis Sonntag abend und man fragt sich manchmal was eigentlich im Vordergrund steht, das Festen in der Nacht oder der eigentliche Reitsport. Wie schon gesagt hat auch Luis auf seinem Hengst Bachiller mitgemacht. Insgesamt kamen bis zu 100 verschiedene Pferde nach Pichasca. Ich und Meret durften uns das natuerlich auch nicht entgehen lassen – und wir brauchten natuerlich auch eine gute Begleitung fuer das Fest am Samstag abend – Pablo. Nachts haben wir unser Zelt aufgestellt und die Nacht eher schlecht als recht neben Krach und Laerm verbracht. Wir hatten jede Menge Spass und ich und Meret wurden halt allheck zum Tanzen aufgefordert – nur beim Queca Tanz wurden wir verschont. Gott sei dank, weil welche nicht-Chilenin kann das schon.



Luis und Fernando haben jetzt nicht gerade den ersten Platz gemacht, aber darum ging es ja auch nicht. Tja und ich hab meine Augen offen gehalten nach Pferden, die eventuell mir gefallen koennten. Es ist naemlich so, dass ich mich dazu entschieden habe hier auf der hacienda mein eigenes Pferd zu halten. Was bietet sich auch sonst mehr an? Und unter den ganzen Rodeopferden hab ich dann in den beiden Tagen auch eine recht junge Apfelschimmelstute gefunden, die fuer mich interessant war -nicht zu gross, huebsch, jung und mit Papieren. Einmal Probe geritten und erst mal wenig Interesse gezeigt. Eine Woche spaeter sind ich und Luis dann nach Ovalle gefahren, um sie nochmal zu sehen und zu reiten. Ich war begeister von ihr und ihrem Temperament, auch wenn sie noch viel lernen muss, glaub ich dass wir gerade deshalb gut zusammen passen. Verkaufverhandlungen hat mehr oder weniger Luis auf spanisch gemacht, den Preis noch ein wenig gesenkt und dann war das Ding geritzt. Am naechsten Tag sind wir dann mit ihr – sie heisst jetzt uebrigens Djali – und dem Riesenlaster auf die Hacienda gefahren und da wohnt sie jetzt zusammen mit den anderen Pferden auf der Koppel. Ein Tag vor meinem Geburtstag kam sie zu uns. Viel geritten hab ich sie noch nicht, weil sie noch verletzt war, aber jetzt nachdem sie neue Hufeisen bekommen hat werden wir anfangen zu trainieren. Ausserdem war ich gestern mit Luis in Ovalle und habe ihr ihren eigenen Sattel und Trense gekauft. Ihr bekommt sobald ein Bild auch davon. Vorerst aber nur von ihr wie sie auf einer unserer Koppeln grast.



Ja das sind eigentlich so die Neuigkeiten. Meret kommt naechste Woche wieder zurueck auf die Hacienda. Da freu mich natuerlich auch riesig drauf und bleibt hier bis Ende Juni.



Ich bin gerade dabei einen Flug nach Deutschland zu suchen. Ihr koennt euch schonmal darauf gefasst machen mich Mitte Juli wieder in Deutschland zu sehen. Ich hoffe ihr freut euch drauf, ich bin auf jeden Fall jetzt schon ganz gespannt euch wieder zu treffen.


Vermiss euch,

machts gut und geniesst den Fruehlingsanfang

Tanja

Dienstag, 2. Februar 2010

Ein Lebenszeichen ...

Tut mir echt sorry, dass ich mich bei euch so lange nicht gemeldet habe.

Ihr denkt jetzt bestimmt ich bin ne untreue Tomate, aber hier ist jetzt einfach die Sommerhochsaison und viel zu tun und sowieso eigentlich immer was los.

Also ich fang mal an beim letzten Eintrag: Weihnachten und Silvester sind rum. Silvester war jetzt irgendwie komisch, weil die hier kein Feuerwerk haben und wir mit unseren Gaesten gefeiert haben. Die waren jetzt nicht unnett, aber wenn man sie bedienen muss, dann ist das schon komisch. Besonders wenn alle kurz vor zwoelf dann noch nen Pisco oder sonst was haben wollen.

So, das war die Kurzfassung. Dann ging es gleich Anfang Januar weiter, dass Meret und ich einen Condor Trail mitgeritten sind. Das war einfach der Wahnsinn. Wir waren fuenf Naecht einfach draussen unterwegs und sind von einem Tag zum anderen Tag mit den Pferden durch die pure Wildnis geritten. Teilweise geht es bis auf 5800 Metern hoch und da sind Landchaften die hab ich mein Leben noch nie gesehen. Geschlafen haben wir unter freiem Himmel und gekocht am Lagerfeuer. Geschirr wurde im Fluss gewaschen und einmal hab ich sogar im 14 Grad kalten Fluss geduscht – mit ner Thermoskanne, dann musst ich nicht ganz reinstehen.

Soviel zu dem Erlebnis. Sonst passiert hier auch jede Menge. Auch wenn wir eigentlich zum Feiern immer in das selbe Pub zu Pablo nach Seron gehen, macht es immer wieder Spass. Hab euch ein Bild von unserer letzten Festecrew reingestellt. Llinks Paola, dann Pablo und Luis und die beiden Blonden sind natuerlich Meret und ich. Und da das Festen hier in Chile immer ein wenig laenger geht, gab es am naechsten morgen erst um ein Uhr mittag das Katerfruehstueck.

Tja und letztes Wochenende hatte ich einen freien Tag und bin mit Luis an den Strand nach La Serena gefahren. Und da wir beide ja von den Pferden nicht genug bekommen koennen, haben wir uns Pferde geliehen und einen kleinen Strandausflug gemacht. Spaeter noch das schoene Wetter genossen und dann am naechsten Tag wieder auf unsere kleine und feine Hacienda zurueck gefahren. War mal wieder schoen am Strand gewesen zu sein.

Also wie ihr seht, geht es mir hier rundum gut. Ich fuehl mich super wohl und schon wie zuhause. Das soll auch noch ein wenig laenger so bleiben. Meret bleibt noch bis Ende Februar hier und arbeite mit uns und im Maerz, April und Mai, wenn die Gaeste weniger werden, werde ich wieder auf Reittouren gehen. Wie es dann im Juni weitergeht weiss ich ehrlich gesagt noch nicht. Zuviel will ich eigentlich nicht verraten, auch wenn ich mir selbst noch nicht ganz sicher bin. Ich denke mal noch ein wenig reisen – geh davon aus durch Bolivien bis Brasilien und dort hoffentlich die Saskia besuchen und dann könnt ihr euch eigentlich sicher sein, dass ich von dort aus erst mal nach Deutschland komme. Ob nur zu Besuch oder dann für immer wird sich in den naechsten Monaten entscheiden. Keine Angst und erst mal keine Panik!

Ja gut, dann hoffe ich ihr habt euch gefreut von mir zu hoeren.

Machts gut und lasst was von euch hoeren, vielleicht auch noch vor meinem Geburtstag... hihihi....

Ach und ne gesegnete Fasnet an alle. Ihr könnt euch denken, dass ich es vielleicht ein wenig vermiss, aber ich hab ja auch schon die letzte verpasst.


Gruss Tanja