Donnerstag, 9. Juli 2009

Auf nach CHASCOMUS.....

.... denn in Buenos Aires ist die SCHWEINEGRIPPE ausgebrochen!!! Ojooooo, ojjjooo!!
Jetzt habe ich euch so lange nicht mehr geschrieben, dass ich schon gar nicht mehr so recht weiss ueber was ihr schon informiert seid und was nicht.

Na ja ich fang mal mit dem letzten Wochenende an. Weil in Buenos Aires alle spinnen wegen der Gefahr einer Schweinegrippeepedemie und fast alle nur noch mit Mundschutz und Privatflaeschchen Alkohol in Gel rumlaufen, haben wir beschlossen dem ganzen auch zu entfliehen und ein Erholungswochenende im Gruenen zu machen. Immerhin haben Chrissy und ich in letzter Zeit auch viel durchgemacht. Abschied von Hannah und Samantha, zweimal auf den Flughafen fahren und wieder zurueck, tja und sonst so ist das Leben hier ja auch kein Zuckerschlecken, Party machen und am naechsten morgen sich sechs Stunden auf die Arbeit quaelen.


Also haben wir am Freitag unsere Sachen gepackt und sind nach Chascomus gefahren auf die Estancia "Juanita". Es hat ungefaehr zwei Stunden gedauert, aber danach waren wir wirklich im bien campo, das heisst soviel wie richtig Land - vergleichbar mit Kalkofen, Mindersdorf und was es sonst noch so gibt. Die Estancia war halt eine ganz alte Farm, mit einem Gaestehaus und direkt am See gelegen - ganz idylisch halt. Tja und dann haben wir dort das Wochenende verbracht - es gab zwei Hunde: Faluuuu ein Golden und Paco, der aus irgendeinem Grund nur noch ein Auge hatte. Und wir wurden natuerlich bestens versorgt - eine ganz liebe alte Frau, der auch aus irgendeinem Grund fast alle Zaehne gefehlt haben hat uns mit ganz leckeren Sachen bekocht - einmal gab es sogar Asado.




"Faluuuuu" und Paco die beiden ganz ganz lieben Hunde von der Estancia.



Und das ober geilste war natuerlich, dass sie dort Pferde hatten und so haben wir die zwei Tage dort drei Ausritte gemacht. Wir wurden zwar von einem Gaucho begleitet, aber der hat uns einfach immer rennen lassen, wie wir wollten. "Ach wo gehen wir jetzt lang?" "Como quieren, por allla, por alla, por aca o por alla.... andan como quieren." Tja und schon bin ich auch mit meinem Pony losgeflitzt, war natuerlich der schnellste von allen und wir haben auch immer wieder den Franzosen Sadi auf seinem selbstgetauften Scholly Schumper (man bedenke den franzoesischen Akzent) eingeholt. Ach das war einfach ein Spass.

Natuerlich gab es noch viel mehr Aktividades, die wir natuerlich auch alle machen mussten. Wir waren einmal noch Kajak fahren, Squasch spielen und Cricket aufm Rasen.... Hat total Spass gemacht, aber nachher waren wir schon gut fertig.


Tja und so schnell ist dann auch wieder Sonntag gewesen und unsere "zwei Wochen Cluburlaub auf Chascomus" waren dann auch schon wieder vorbei. Kaum waren wir in der Metropole wieder angekommen, prangte uns erst mal dieses Schild da unten entgegen und wir wussten okay wir konnten der Schweinegrippe nicht entfliehen.

Mittlerweile sind alle Universitaeten und Schulen bis Ende Juli geschlossen, die Theater machen jetzt erstmal fuer 10 Tage zu und auch die Stadt arbeitet uebers verlaengerte Wochenende nicht! Heute ist Feiertag! Nationalfeiertag!

Und auch ich hab schon Bekanntschaft mit der Schweinegrippe gemacht. Jetzt habt keine Angst, es ist alles schon wieder vorbei und wir sind auch alle gerettet und ojala passiert auch nichts mehr.

Ana meine Mitbewohnerin hatte die Schweinegrippe und lag die letzten zwei Wochen nur im Bett. Wir waren natuerlich alle ganz arg bemueht um sie und drum geht es ihr auch jetzt schon wieder besser, hat nur noch ein wenig Husten. Aber es war natuerlich nicht ohne. Meine Mitbewohner Mauro und Paul haben sie eines Nachts ins Krankenhaus gebracht, weil sie einfach gar nichts mehr machen konnte. Nicht reden, nicht laufen, nichts mehr. Na ja und dann kam ich am naechsten Tag von der Arbeit nach Hause und dann war in unserem Depto auch schon Mundschutzverordnung erteilt. Sind halt die letzten zehn Tage nur mit Mundschutz rumgelaufen, aber alles halb so wild. Witzig sah es aber schon aus und einen Spass haben wir uns natuerlich auch daraus gemacht.

Soviel zur Schweinegrippe und co. Sonst gibt es eigentlich nicht viel Neues. Es wird langsam wieder waermer in Buenos Aires und das Leben macht mir richtig Spass hier. Trotzdem habe ich entschlossen hier zu gehen und nach Chile zu fahren. Wie ihr sicherlich wisst wollte ich noch auf eine Pferdefarm um dort zu arbeiten.

Die Arbeit, das wisst ihr ja sicherlich auch, im Call Center ist ein Grauen - es gibt nichts schlimmeres - und wenn ihr es auch vielleicht nicht verstehen koennt, vielleicht kann ich es auch selber nicht - habe ich mich dazu entschlossen zu kuendigen und frueher nach Chile zu gehen. Sie haben mich gefragt ob ich auch schon vor September kommen kann und da habe ich lange ueberlegt und abgewaegt und mich dazu entschlossen, dass ich hier in Buenos Aires alles erlebt habe, was ich machen wollte und habe deshalb meine Arbeit gekuendigt. Es stand einfach in keiner Relation, immer wenn ich morgens zur Arbeit bin, habe ich gedacht du musst was aendern, das macht dir keinen Spass und wenn ich dann abends daheim war, dachte ich scheiss doch drauf du magst es hier und du machst weiter. Leider war es halt auch nicht so, dass die letzten Monate mir das Geld von der Arbeit gereicht hatte. Es ist einfach zu wenig, was die Menschen hier verdienen. Aber jetzt hat doch der Gedanke ueberwiegt nicht im Call Center weiter zu machen. Jetzt bleibt mir noch ein Woche hier und nach Anas Geburstag am 19. geht es dann ueber Salta nach San Pedro de Atacama nach Chile. Ich freu mich riesig drauf, auch wenn manche von euch das vielleicht nicht verstehen koennen, ist es doch die richtige Entscheidung gewesen. Bin grad auch ein wenig traurig wenn ich das schreibe.

Tja dann hoffe ich mal ihr seid nicht allzu geschockt ueber meine Neuigkeiten und ich hoffe ihr koennt verstehen, was ich hier mache, aber es ist halt nicht immer einfach sich in meine Lage hier auf der anderen Seite der Erde zu versetzen. Die Uhren ticken hier anders!!

1 Kommentar:

  1. Veo que te divertís mucho en Argentina, me reí mucho con las cosas que escribis. Cuando pueda voy a volver para leer tus historias un poco más.

    TSCHÜSS

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